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Aktuelle Meldung der Diakonie Kästorf

Neue Kita Abrahams Kinder

Alle unter einem Dach

Ein Ort für Familien – das soll die neue muslimisch- christliche Kindertagesstätte „Abrahams Kinder“ werden, die voraussichtlich am 1. Oktober dieses Jahres eröffnet wird. Jetzt ist es offiziell, die beteiligten Gemeinden und Organisationen haben den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dazu trafen sich Barbara Rädel, Geschäftsführerin der Stephansstift Kindertagesstätten und Familienzentren gGmbH, Hans-Peter Daub, Vorstand der Dachstiftung Diakonie, Yurtsever Rayman und Emine Oguz von der türkisch-islamischen Gemeinde sowie Dechant Thomas Hoffmann, Martin Wrasmann und Tina Dirksmeyer von der kath. St.-Altfrid-Gemeinde im Gifhorner Rathaus. „Wir haben unser Haus gern für diese Unterzeichnung zur Verfügung gestellt, weil wir dieses Projekt für wegweisend halten“, erklärte Bürgermeister Matthias Nerlich, als er die Organisatoren begrüßte.

Für die erste Gruppe sind bereits Anmeldungen eingegangen. „Es sind Eltern, die sich ganz bewusst für diese multikulturelle und multireligiöse Einrichtung entschieden haben“, berichtet Barbara Rädel, die in den Kindertagesstätten in Hannover bereits Erfahrungen mit multikultureller Erziehung hat. Als Geschäftsführerin zeichnet sie in der Landeshauptstadt verantwortlich für sechs Kindertagesstätten und Familienzentren.

„Abrahams Kinder“ werden zunächst in die Räume der „Gifhörnchen“ im Sonnenweg einziehen, die dann in einem Neubau an der Allerwelle untergebracht sind. „Sobald die Räume im Sonnenweg frei sind, beginnen wir mit der Renovierung“, kündigt Martin Wrasmann an, „mit der inhaltlichen Zusammenarbeit haben wir schon begonnen und gemeinsame Linien abgesteckt“, so Wrasmann weiter.

Die neue Kindertagesstätte ist ein gemeinschaftliches Projekt der katholischen Pfarrei St. Altfrid, der türkisch-islamischen Gemeinde zu Gifhorn und der Dachstiftung Diakonie, zu der auch die Diakonie Kästorf und das Stephansstift Hannover gehören. „Hinter unserem gemeinsamen Projekt steht der Gedanke, dass die Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander der Kulturen das gegenseitige Verständnis ist. Und dieses übt sich im Kindesalter am leichtesten ein“, betont Hans-Peter Daub, Vorstand der Dachstiftung Diakonie. Praktisch bedeutet das, dass die Kinder und Erziehungskräfte sich beispielsweise damit beschäftigen, warum die einen Weihnachten, Ostern oder Ramadan feiern – und die anderen eben nicht. „Die Mädchen und Jungen sollen die eigenen religiösen Wurzeln kennen – aber auch die der anderen“, erläutert der Diakonie-Vorstand. „Für uns Muslime ist es wichtig, dass Kinder von klein auf schon etwas über den Islam lernen. Zur islamischen Erziehung gehört aber auch, dass sie etwas über andere Religionen wie das Christentum lernen. Darum steht unsere Gemeinde hinter dem Projekt“, erklärt Yurtsever Rayman von der türkisch-islamischen Gemeinde.

Damit diese Ziele sichergestellt sind, wird nicht nur das pädagogische Personal aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen kommen, sondern auch die hauswirtschaftlichen Fachkräfte. So können auch spezielle Ernährungsformen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft oder auch gesundheitlicher Einschränkungen berücksichtigt werden. Die Arbeit wird familienunterstützend und familienbegleitend von einem multiprofessionellen Team mit Unterstützung haupt- und ehrenamtlicher Vertreter der drei Religionen gestaltet.

 

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